201: Virtueller Hyper-V Cluster

Ich wollte sehen wie eine virtuelle Maschine mit dem Windows Server 2008 Hyper-V im Zusammenspiel mit dem Failover Cluster Feature hochverfügbar ausgelegt werden kann.

Leider ist mein Hardwarepark sehr eingeschränkt, so dass dieser Versuch ebenfalls virtuell ablaufen muss. Also sieht meine Zielumgebung folgendermaßen aus:

  • 1 Server 2008 Enterprise (aus Blech) mit Hyper-V Rolle installiert
  • 2 Server 2008 Servercore (VM1, VM2) mit Hyper-V und Failover Cluster Feature installiert
  • 1 Server 2003 (VM3) mit iSCSI Target von Rocketdivision
  • 1 Server 2008 (VM4) mit den Hyper-V und Cluster Admintools

Installation der Management Maschine (VM4)

Der Rechner wird nur verwendet um per Hyper-V MMC und später mit dem Failover Cluster Administrator die beiden Servervores remote zu administrieren.

  • Installation der Remoteadmin Tools über "Add Features" (Failover Clustering Tools und Hyper-V Tools)

Installation der beiden Servercore VMs (VM1, VM2)

Nach der OS Installation wurden die Konfiguration mit der Servercore Configurator durchgeführt. Man tut sich damit wesentlich einfacher als rein mit der Kommandozeile. Die Schritte waren:

  • Rechner benennen und in die Domäne joinen
  • 2 Netzwerkkarten konfigurieren
  • Hyper-V Rolle nachinstallieren (der Servercore lässt die Installation, im Gegensatz zum vollständigen Server, in einer VM zu)
  • Hyper-V Netzwerke, von VM4 aus, auf den beiden Servercores identisch erzeugen

image image

  • Failover Cluster Feature installieren und Cluster vom VM4 aus erzeugen.

image

Vorbereiten des iSCSI Targets auf VM3

  • Installation des Starwind iSCSI Targets auf VM3
  • Erzeugen von zwei Diskimages die später von den Servercores als Quorum und als Platte für weitere VMs dienen sollen. Wichtig hier, dass man die Platten als "clustered" einrichtet, sonst kann später nur ein Server eine Verbindung zum Target aufbauen.

image image

Servercores mit den Platten verbinden

Das war die eigentliche Herausforderung bei der Aktion. Im Vergleich zur GUI Konfiguration der iSCSI Verbindung ist das auf der Kommandozeile relativ schwierig. Es hilft das iSCSI Handbuch das hier heruntergeladen werden kann.

iSCSI Dienst starten (VM1, VM2)
  • sc config msiscsi start= auto
  • sc start msiscsi
iSCSI Target Portal verbinden (erst VM1, dann VM2)
  • iscsicli qaddtargetportal 192.168.1.200
    image
  • Targets auflisten

    iscsicli listtargets
    image
  • Targets verbinden

    iscsicli qaddtarget <targetname> 192.168.1.200
    image

  • Anmelden an den Targets (der Einfachheit halber ohne Authentifizierung)

    iscsicli qlogintarget <targetname>
    image 

  • Persistente Verbindung zum Target einrichten (damit auch nach einem Reboot die Verbindung wieder hergestellt wird)

    iscsicli PersistentLoginTarget <targetname> T * * * * * * * * * * * * * * * 0
    image 
    (15 x *, Details siehe iSCSI Users Guide)

  • Die Ansicht auf dem Target sieht nun folgendermaßen aus
    image
Platten Partitionieren und Formatieren (nur VM1)

Einige Sekunden nach dem Login ans Target sind die Festplatten verfügbar und können vorbereitet werden. Auf den Servercore tauchen die beiden Platten als disk1 und disk2 auf.

diskpart

select disk 1
online disk
attribute disk clear readonly
create partition primary
assign letter=q
format quick

select disk 2
online disk
attribute disk clear readonly
create partition primary
assign letter=r
format quick

Jetzt sind zwei Platten für den Cluster verfügbar. Q: soll als Quorum dienen und R: als Ablage für VMs (vhd und vmc Dateien).

Platten in den Cluster aufnehmen (von VM4 aus)

Mit dem Punkt "Storage – Add Disk" werden die beiden Platten dem Cluster zugeordnet.

image

Das Betriebssystem sieht die beiden Platten dann so:

image
image

Die Quorumdisk wird über "Configure Cluster Quorum Settings" definiert.

image image

Virtuelle Maschine erzeugen und clustern (von VM4 aus)

Vom Management Server aus kann jetzt eine virtuelle Maschine erzeugt werden. Als Ablage für die virtuelle Festplatte und die Konfigurationsdatei wird Laufwerk R:VM gewählt. Dazu muss die Hyper-V Adminkonsole mit dem Servercore verbunden werden auf dem gerade die R: Platte online ist.

Jetzt kann diese VM mit dem Cluster hochverfügbar eingerichtet werden. Dazu wird eine neue Clustergruppe vom Typ "Virtual Machine" angelegt.

image image

Danach sieht die Clustergruppe für die VM so aus:

image

In diesem Zustand kann die VM jetzt hin und her geschalten werden bzw. geht das automatisch wenn ein Clusterknoten ausfällt. Man kann auch aus dem Failover Cluster Manager über die Funktion "Manage Virtual Machine" direkt die Hyper-V Admin Konsole aufrufen und wird dabei direkt zum aktiven Knoten verbunden.

Zum Schluss kommt der Wermutstropfen. Diese virtuelle Maschine kann leider nicht eingeschaltet werden :-( Sie läuft ja als virtuelle Maschine in einer anderen virtuellen Maschine. Aber als Demonstrations- und Lernobjekt ist diese Konstruktion sehr gut geeignet.

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